Igelhilfe im Appenzellerland
Auf dieser Seite finden Sie regionale Informationen für Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden: Anlaufstellen für Igel in Not, zuständige Behörden und praktische Empfehlungen für einen igelfreundlichen Lebensraum.
Auch im Appenzellerland steht der Igel zunehmend unter Druck. Dicht gebaute Grundstücksgrenzen, versiegelte Flächen, intensive Gartenpflege, Pestizide, Strassenverkehr und nachts eingesetzte Mähroboter erschweren ihm das Überleben.
Wichtig: Diese Seite informiert über den Igelschutz in beiden Appenzeller Kantonen. Sie stellt keine eigenständige Sektion oder regionale Geschäftsstelle der Igel-Hilfe Schweiz dar.
Igel gefunden – was ist jetzt zu tun?
Nicht jeder Igel benötigt menschliche Hilfe. Ein gesunder Igel ist vorwiegend in der Dämmerung und nachts unterwegs. Beobachten Sie einen Igel tagsüber, bedeutet dies nicht automatisch, dass er krank ist.
Handlungsbedarf besteht insbesondere, wenn der Igel:
- verletzt ist oder blutet
- apathisch wirkt oder sich nicht einrollt
- torkelt, im Kreis läuft, röchelt oder schwer atmet
- von Fliegen, Fliegeneiern oder Maden befallen ist
- auffallend dünn oder geschwächt ist
- längere Zeit ungeschützt in der Sonne liegt
- als Jungtier offensichtlich ohne Mutter aufgefunden wird
Kontaktieren Sie vor dem Transport möglichst eine Igelstation. Die Station kann beurteilen, ob der Igel aufgenommen werden muss und ob aktuell ein Pflegeplatz verfügbar ist.
IgelstationenBis zur Übergabe können Sie den Igel mit Handschuhen in eine ausreichend hohe Kartonschachtel setzen. Legen Sie Zeitungspapier und ein Handtuch hinein und stellen Sie die Box an einen ruhigen Ort. Bieten Sie frisches Wasser in einer flachen Schale an. Geben Sie dem Igel niemals Kuhmilch und behandeln Sie ihn nicht eigenständig mit Medikamenten oder Parasitenmitteln.
Igelstationen und Anlaufstellen im Appenzellerland
Aufnahmekapazitäten und Erreichbarkeit können sich kurzfristig ändern. Bitte melden Sie jeden Igel telefonisch oder über das vorgesehene Kontaktformular an, bevor Sie ihn zu einer Station bringen.
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Igelstation Heiden
Die Igelstation Heiden wurde 2023 eröffnet und verfügt über eine kantonale Bewilligung. Seit Januar 2026 wird sie als eigenständiger Verein geführt. Sie nimmt hilfsbedürftige Igel auf und bietet Beratung zu Igelfunden und zum Schutz der Tiere an.
Bitte melden Sie jeden Igel vor dem Transport telefonisch an. Die verfügbaren Pflegeplätze können je nach Jahreszeit und Auslastung begrenzt sein.
- Am Rosenberg 26, 9410 Heiden AR
- 076 303 94 10
- info@igelstation-heiden.ch
- www.igelstation-heiden.ch
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Igelpflegestation Walter Zoo, Gossau
Für Finderinnen und Finder aus dem westlichen Appenzellerland kann auch die nahe gelegene Igelpflegestation des Walter Zoos in Gossau eine wichtige Anlaufstelle sein. Die Station betreut nach eigenen Angaben rund 300 Igel pro Jahr.
Bitte melden Sie jeden Igel vor dem Transport telefonisch an. Die verfügbaren Pflegeplätze können je nach Jahreszeit und Auslastung begrenzt sein.
- Walter Zoo, Neuchlen 200, 9200 Gossau SG
- 076 573 65 21
- Igelpflegestation Walter Zoo
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Verein Igelspürhund
Der Verein Naturschutzspürhunde Schweiz baut den professionellen Einsatz speziell ausgebildeter Hunde im Natur- und Artenschutz auf. Ein Schwerpunkt ist das zuverlässige Auffinden von Igeln vor Bauarbeiten, Rodungen und anderen Eingriffen in ihre Lebensräume. Die Ausbildung und Prüfungen der Hunde orientieren sich an internationalen Standards.
- Sarah Küpfer
- Solothurnstrasse 92, 3303 Jegenstorf
- 079 661 93 90
- sarah@igelspürhund.ch
- igelspürhund.ch
Wenn die Igelstation nicht erreichbar ist:
- Tierärztlicher Notfalldienst Appenzell071 787 18 19Wenn keine Igelstation erreichbar und das Tier offensichtlich schwer verletzt ist, wenden Sie sich an eine Tierarztpraxis oder den regionalen tierärztlichen Notfalldienst.
- Igel-Hilfe Schweiz056 552 16 02Montag bis Freitag, 10.00–12.00 Uhr und 13.00–16.00 Uhrigelstation@igel-hilfe.ch
- Pro Igel Helpline0800 070 080Täglich von 16.00–20.00 UhrPro Igel – Igel in Not
- TierRettungsDienst0800 211 22224-Stunden-Notruf
- Polizei117Bei einem schwer verletzten Wildtier auf einer Strasse, nach einer Kollision oder bei einer akuten Verkehrsgefährdung
Bei kostenpflichtigen Notfallnummern können erhöhte Gesprächsgebühren anfallen. Bei einem schwer verletzten Igel kann auch eine Tierarztpraxis oder Tierklinik kontaktiert werden. Fragen Sie vor der Anfahrt telefonisch nach, ob Igel beziehungsweise Wildtiere behandelt werden.
Hinweis zu dieser regionalen Informationsseite · Stand: August 2026
Diese Seite bündelt Informationen und Anlaufstellen zum Igelschutz im Kanton Appenzell. Sie stellt keine zusätzliche Igelstation und keine kantonale Behörde dar.
Die aufgeführten Igelstationen und Tierschutzorganisationen sind selbstständige beziehungsweise privat geführte Angebote. Zuständigkeiten, Erreichbarkeit und Aufnahmekapazitäten können sich kurzfristig ändern. Bitte nehmen Sie deshalb immer zuerst telefonisch Kontakt auf.
Kantonale Anlaufstellen
Das Veterinäramt ist insbesondere bei tierschutzrechtlichen Fragen, Meldungen über problematische Tierhaltungen oder Fragen zu bewilligungspflichtigen Pflegestellen die richtige kantonale Behörde.
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Veterinäramt beider Appenzell
Das Veterinäramt in Herisau erfüllt seine Aufgaben sowohl für Appenzell Ausserrhoden als auch für Appenzell Innerrhoden. Es ist unter anderem für den Vollzug der Tierschutzgesetzgebung und für die Bewilligung beziehungsweise Kontrolle von Wildtierhaltungen und Igelstationen zuständig.
- Obstmarkt 3, 9102 Herisau
- 071 353 67 55
- veterinaeramt@ar.ch
- Veterinäramt Appenzell Ausserrhoden
Für akute Hilfe bei einem gefundenen Igel sollte jedoch zuerst eine Igelstation oder eine Tierarztpraxis kontaktiert werden. Das Veterinäramt weist darauf hin, dass für freilebende Wildtiere grundsätzlich die Jagd- beziehungsweise Naturschutzbehörden zuständig sind.
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Natur und Wildtiere Appenzell Ausserrhoden
Bei allgemeinen Fragen zu freilebenden Wildtieren in Appenzell Ausserrhoden ist die Abteilung Natur und Wildtiere zuständig.
- Amt für Raum und Wald, Abteilung Natur und Wildtiere
- Kasernenstrasse 17A, 9102 Herisau
- 071 353 67 71
- natur.wildtiere@ar.ch
Igelbeobachtungen im Appenzellerland
Beobachtungen können auf der Plattform Wilde Nachbarn eingetragen werden.
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Solche Meldungen helfen dabei:
- die Verbreitung der Igel zu dokumentieren
- Lücken im Vorkommen zu erkennen
- mögliche Gefahrenstellen zu lokalisieren
- künftige Untersuchungsgebiete auszuwählen
- Veränderungen über mehrere Jahre zu beobachten
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Notieren Sie nach Möglichkeit:
- Datum und Uhrzeit
- den genauen Beobachtungsort
- den Zustand des Igels
- besondere Gefahren am Fundort
- nach Möglichkeit ein Foto aus sicherer Entfernung
Eine Beobachtungsmeldung ersetzt keine Notfallhilfe. Bei einem verletzten oder geschwächten Igel muss zusätzlich eine Igelstation kontaktiert werden.
Lebensraum der Igel in Appenzell
Die beiden Appenzeller Kantone sind von hügeligen Landschaften, Streusiedlungen, Landwirtschaftsflächen und vergleichsweise vielen Grünräumen geprägt. Trotzdem findet der Igel nicht automatisch überall einen geeigneten Lebensraum.
Besonders wertvoll sind miteinander verbundene Siedlungsräume mit:
- einheimischen Hecken und Sträuchern
- Ast-, Totholz- und Laubhaufen
- Kompostplätzen und offenen Bodenstellen
- extensiv gepflegten Wiesenrändern
- naturnahen Gärten ohne Pestizide
- Durchgängen zwischen benachbarten Grundstücken
- sicheren Verstecken für den Tag und den Winterschlaf
Grossflächige, intensiv genutzte Wiesen und Weiden bieten Igeln dagegen oft wenig Deckung. Zäune, Mauern und stark befahrene Strassen können geeignete Lebensräume zusätzlich voneinander trennen.
Wie viele Igel leben im Appenzellerland?
Für Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden gibt es derzeit keine verlässliche kantonsweite Bestandszählung. Eine konkrete Anzahl der dort lebenden Igel kann deshalb nicht seriös angegeben werden.
Igel leben verborgen, sind vorwiegend nachts aktiv und lassen sich nur mit erheblichem Aufwand systematisch erfassen. Sichtungsmeldungen zeigen zwar, wo Igel beobachtet wurden, erlauben aber keine direkte Berechnung der Population.
Untersuchungen aus anderen Schweizer Siedlungsgebieten zeigen, dass lokale Igelbestände deutlich zurückgehen können. So wurde für die Stadt Zürich innerhalb von 25 Jahren ein Rückgang von rund 40 Prozent festgestellt. Diese Zahl lässt sich nicht direkt auf das Appenzellerland übertragen, verdeutlicht aber, weshalb die Erhaltung geeigneter Lebensräume wichtig ist.
Wer einen Igel beobachtet, kann die Sichtung beim regionalen Citizen-Science-Projekt Wilde Nachbarn Appenzellerland melden. Solche Beobachtungen helfen dabei, die Verbreitung der Tiere langfristig besser zu dokumentieren.
Was Sie für Igel in Appenzell tun können
Bereits kleine Veränderungen im Garten oder auf dem Firmen- und Gemeindeareal können viel bewirken:
- Lassen Sie Laub unter Hecken und Sträuchern liegen.
- Legen Sie Ast-, Reisig- oder Totholzhaufen an.
- Verwenden Sie keine Pestizide und kein giftiges Schneckenkorn.
- Schaffen Sie in Zäunen Durchgänge von ungefähr 13 × 13 Zentimetern.
- Decken Sie Lichtschächte, Kellertreppen, Pools und andere Fallen ab.
- Kontrollieren Sie hohes Gras und Laubhaufen vor dem Mähen.
- Setzen Sie Mähroboter nur am Tag und unter Aufsicht ein.
- Lassen Sie Bereiche mit Wildpflanzen und höherem Gras stehen.
- Stellen Sie bei Trockenheit eine flache Schale mit frischem Wasser bereit.
- Verzichten Sie auf Milch: Igel vertragen keine Kuhmilch.
Davon profitieren nicht nur Igel, sondern auch Insekten, Amphibien, Vögel und viele weitere einheimische Tierarten.
Gemeinsam Lebensräume im Appenzellerland schützen
Igelschutz funktioniert über Grundstücks- und Gemeindegrenzen hinweg. Ein einzelner naturnaher Garten ist wertvoll. Noch hilfreicher ist ein ganzes Quartier mit durchlässigen Zäunen, einheimischen Pflanzen, sicheren Wasserstellen und miteinander verbundenen Grünflächen.
Privatpersonen, Gemeinden, Schulen, Unternehmen sowie Landwirtschafts-, Gartenbau- und Immobilienbetriebe können dazu beitragen, sichere Wanderwege und Rückzugsorte zu erhalten.
Bei neuen Überbauungen und Umgestaltungen sollten nicht nur einzelne Grünflächen, sondern auch ihre Verbindung mit benachbarten Lebensräumen berücksichtigt werden. Durchlässige Grundstücksgrenzen, unversiegelte Flächen und einheimische Bepflanzungen helfen neben dem Igel auch Amphibien, Insekten, Vögeln und weiteren einheimischen Tierarten.
Wir sind auch telefonisch für Sie da und stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
Ob Sie unser Igel-Magazin voller hilfreicher Tipps, Informationen zu Igelvorträgen oder Materialien für Schulprojekte suchen – wir stellen alles kostenlos zur Verfügung, um das Wohl der Igel zu fördern.
Expertenwissen zur Pflege und Behandlung von Igeln
Kostenlose Igelkurse für Tierarztpraxisassistent*innen in der ganzen Schweiz
Die Igel-Hilfe Schweiz bietet kostenlose Igelkurse für Tierarztpraxisassistent*innen in der ganzen Schweiz an. Diese Kurse sind speziell auf Tierarztpraxisassistent*innen zugeschnitten, die sich in die Besonderheiten der Igelpflege einarbeiten möchten und professionelle Kenntnisse über die medizinische Betreuung und Pflege von Igeln erwerben wollen. Igel benötigen in Tierarztpraxen eine besondere Aufmerksamkeit und fachkundige Betreuung, die sich von anderen Wildtieren unterscheidet – genau hier setzen unsere Igelkurse für Tierarztpraxisassistent*innen an.
In unseren Kursen erfahren Sie alles über die artgerechte Pflege und Behandlung von Igeln. Wir decken wichtige Themen wie die richtige Fütterung, Stressmanagement bei der Behandlung und das Erkennen typischer Krankheiten bei Igeln ab. Unsere Igelkurse werden sowohl in unserer Igelstation als auch direkt in Ihrer Tierarztpraxis angeboten – wir sind in der ganzen Schweiz tätig und richten uns nach Ihrem Standort und Ihrem Zeitplan.
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