Igelhilfe in Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden
Sie haben im Kanton Uri, Schwyz, Obwalden oder Nidwalden einen verletzten, kranken oder auffälligen Igel gefunden? Hier erfahren Sie, wann ein Igel Hilfe benötigt, welche regionalen Anlaufstellen Sie kontaktieren können und wie Sie seinen Lebensraum schützen.
Die vier Kantone bilden den Kern der Zentralschweiz und verfügen über einen gemeinsamen Veterinärdienst. Für die Aufnahme und Pflege hilfsbedürftiger Igel bestehen jedoch unterschiedliche kantonale Angebote. Bitte nehmen Sie deshalb immer zuerst telefonisch Kontakt mit einer Station oder Beratungsstelle auf.
Igel gefunden – was ist jetzt zu tun?
Nicht jeder Igel benötigt menschliche Hilfe. Ein gesunder Igel ist vorwiegend in der Dämmerung und nachts unterwegs. Beobachten Sie einen Igel tagsüber, bedeutet dies nicht automatisch, dass er krank ist.
Handlungsbedarf besteht insbesondere, wenn der Igel:
- verletzt ist oder blutet
- apathisch wirkt oder sich nicht einrollt
- torkelt, im Kreis läuft, röchelt oder schwer atmet
- von Fliegen, Fliegeneiern oder Maden befallen ist
- auffallend dünn oder geschwächt ist
- längere Zeit ungeschützt in der Sonne liegt
- als Jungtier offensichtlich ohne Mutter aufgefunden wird
Kontaktieren Sie vor dem Transport möglichst eine Igelstation. Die Station kann beurteilen, ob der Igel aufgenommen werden muss und ob aktuell ein Pflegeplatz verfügbar ist.
IgelstationenBis zur Übergabe können Sie den Igel mit Handschuhen in eine ausreichend hohe Kartonschachtel setzen. Legen Sie Zeitungspapier und ein Handtuch hinein und stellen Sie die Box an einen ruhigen Ort. Bieten Sie frisches Wasser in einer flachen Schale an. Geben Sie dem Igel niemals Kuhmilch und behandeln Sie ihn nicht eigenständig mit Medikamenten oder Parasitenmitteln.
Regionale Igelstationen und Anlaufstellen
Aufnahmekapazitäten können sich kurzfristig ändern. Bringen Sie einen Igel deshalb nie unangemeldet zu einer Station und stellen Sie keine Schachtel vor einer geschlossenen Einrichtung ab.
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Kanton Uri: Igelstation Schattdorf
Der Tierschutzverein Uri betreibt in Schattdorf eine eigene Auffangstation für hilfsbedürftige Igel.
Igelstation des Tierschutzvereins Uri
- Andrea Gisler-Stadler
- Rütigasse, 6467 Schattdorf
- 077 510 31 96
- info@tierschutzverein-uri.ch
Die Station verfügt über keine regulären Besuchszeiten. Die Übergabe eines Igels muss vorher telefonisch vereinbart werden. Die aktuellen Kontaktdaten veröffentlicht der Tierschutzverein Uri.
Meldetelefon Tierschutzverein Uri
Kann die Igelstation nicht erreicht werden, stehen folgende Kontakte zur Verfügung:
- 077 414 50 77
- Montag bis Freitag, 09.00–12.00 Uhr und 13.00–17.00 Uhr
Kantonspolizei Uri
Die Polizei ist insbesondere bei verletzten Wildtieren ausserhalb der regulären Erreichbarkeit oder nach einem Verkehrsunfall zu kontaktieren.
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Kanton Schwyz: Natur- und Tierpark Goldau
Für den Kanton Schwyz nennt die kantonale Wildtierinformation den Natur- und Tierpark Goldau als Anlaufstelle für verletzte und kranke Wildtiere. Eine Aufnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich.
Natur- und Tierpark Goldau
- Parkstrasse 40, 6410 Goldau
- Wildtierauffang- und Pflegestation: 041 859 06 06
- info@tierpark.ch
ParkVets Goldau
Für verletzte oder kranke Igel verweist der Kanton ausserdem auf die Tierarztpraxis ParkVets:
Die zuständige Stelle beurteilt, ob der Igel medizinisch behandelt, wieder an den Fundort zurückgebracht oder an eine bewilligte Igelpflegestation übergeben werden soll. Die aktuellen Angaben finden Sie auf der Website des Kantons Schwyz.
Kantonspolizei Schwyz
Bei einem akuten Wildtiernotfall oder einem Verkehrsunfall:
- Notruf: 117
- Kantonspolizei Schwyz: 041 819 29 29
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Weitere Anlaufstelle für Funde aus dem Kanton Schwyz
Als zusätzliche bewilligte Pflegestation für Igel aus dem Schwyzer Kantonsgebiet führt der Kanton die Igel-Hilfe Glarnerland auf.
Igel-Hilfe Glarnerland
- Pflegestation 8867 Niederurnen
- 077 453 36 70
- igelhilfeglarnerland@gmail.com
Die Station liegt ausserhalb des Kantons Schwyz. Eine Aufnahme muss deshalb unbedingt vor der Anfahrt telefonisch bestätigt werden.
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Kanton Obwalden
Für den Kanton Obwalden ist derzeit keine eigenständige, öffentlich dokumentierte Igelstation mit dauerhaft bestätigten Aufnahmezeiten auffindbar.
Kontaktieren Sie bei einem hilfsbedürftigen Igel deshalb zuerst eine überregionale Igelnotfallberatung. Diese kann den Zustand des Tieres einschätzen und eine erreichbare Pflegestation vermitteln.
Bringen Sie einen geschwächten oder verletzten Igel nicht ohne vorherige Absprache in einen anderen Kanton. Lange Transporte können das Tier zusätzlich belasten und eine Aufnahme ist ohne verfügbaren Pflegeplatz nicht garantiert.
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Kanton Nidwalden
Auch für Nidwalden ist derzeit keine eigenständige Igelstation mit öffentlich bestätigten regulären Aufnahmezeiten dokumentiert. Der Tierschutzverein Nidwalden verweist für Igel auf externe Fachstellen und Igelberatungen.
Tierschutzverein Nidwalden
Wildtiernotfall Nidwalden
Die Nummer des Wildtiernotfalls entspricht der Kantonspolizei Nidwalden. Sie ist insbesondere bei schwer verletzten Wildtieren, akuten Gefährdungen und Verkehrsunfällen zu verwenden.
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Verein Igelspürhund
Der Verein Naturschutzspürhunde Schweiz baut den professionellen Einsatz speziell ausgebildeter Hunde im Natur- und Artenschutz auf. Ein Schwerpunkt ist das zuverlässige Auffinden von Igeln vor Bauarbeiten, Rodungen und anderen Eingriffen in ihre Lebensräume. Die Ausbildung und Prüfungen der Hunde orientieren sich an internationalen Standards.
- Sarah Küpfer
- Solothurnstrasse 92, 3303 Jegenstorf
- 079 661 93 90
- sarah@igelspürhund.ch
- igelspürhund.ch
Wenn die Igelstation nicht erreichbar ist:
- Igel-Hilfe Schweiz056 552 16 02Montag bis Freitag, 10.00–12.00 Uhr und 13.00–16.00 Uhrigelstation@igel-hilfe.ch
- Pro Igel Helpline0800 070 080Täglich von 16.00–20.00 UhrPro Igel – Igel in Not
- TierRettungsDienst0800 211 22224-Stunden-Notruf
- Polizei117Bei einem schwer verletzten Wildtier auf einer Strasse, nach einer Kollision oder bei einer akuten Verkehrsgefährdung
Bei kostenpflichtigen Notfallnummern können erhöhte Gesprächsgebühren anfallen. Bei einem schwer verletzten Igel kann auch eine Tierarztpraxis oder Tierklinik kontaktiert werden. Fragen Sie vor der Anfahrt telefonisch nach, ob Igel beziehungsweise Wildtiere behandelt werden.
Hinweis zu dieser regionalen Informationsseite · Stand: August 2026
Diese Seite bündelt Informationen und Anlaufstellen zum Igelschutz in den Kantonen Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden. Sie stellt keine eigenständige regionale Niederlassung und keine kantonale Behörde dar.
Die aufgeführten Igelstationen, Tierschutzvereine und Pflegestellen sind selbstständige Organisationen. Zuständigkeiten, Erreichbarkeit und Aufnahmekapazitäten können sich kurzfristig ändern. Bitte nehmen Sie deshalb immer zuerst telefonisch Kontakt auf.
Kantonale Anlaufstellen
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Veterinärdienst für die vier Urkantone
Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden verfügen über einen gemeinsamen Veterinärdienst. Dieser ist für den Vollzug der Tierschutz- und Tiergesundheitsgesetzgebung zuständig.
- Laboratorium der Urkantone – Veterinärdienst
- Föhneneichstrasse 15, 6440 Brunnen
- 041 825 41 51
- kt@laburk.ch
- Laboratorium der Urkantone
Der Veterinärdienst ist insbesondere bei tierschutzrechtlichen Fragen, bei Unklarheiten über bewilligte Pflegestellen oder bei grundsätzlichen Fragen zum Umgang mit Wildtieren die richtige behördliche Anlaufstelle.
Der Veterinärdienst ist jedoch keine Igelstation und übernimmt normalerweise nicht die direkte Pflege einzelner Fundtiere. Bei einem kranken oder verletzten Igel sollte deshalb zuerst eine Igelstation oder Igelnotfallberatung kontaktiert werden.
Lebensraum zwischen Talboden und Voralpen
Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden sind geprägt von Seen, Talebenen, steilen Hanglagen, Landwirtschaftsflächen, Dörfern und Voralpengebieten.
Igel leben hauptsächlich in tieferen, klimatisch milderen und strukturreichen Gebieten. Besonders geeignet sind durchgrünte Wohnquartiere, Gärten, Parks, Friedhöfe, Obstgärten, Hecken und Übergänge zwischen Siedlungen und Landwirtschaftsflächen.
Geeignete Lebensräume finden sich beispielsweise in und um Altdorf, Schattdorf, Erstfeld, Schwyz, Goldau, Brunnen, Einsiedeln, Küssnacht, Sarnen, Kerns, Stans und Hergiswil.
In höheren, steilen und kühleren Lagen sind Igel deutlich seltener anzutreffen. Auch Seen, Felswände, stark befahrene Strassen, Bahnlinien, Stützmauern und geschlossene Grundstücke können ihre Lebensräume voneinander trennen.
Besonders problematisch ist die zunehmende Verdichtung in den Tal- und Siedlungsgebieten. Werden Grünflächen versiegelt und Grundstücke mit undurchlässigen Mauern oder Zäunen abgeschlossen, verlieren Igel ihre nächtlichen Wanderwege zwischen Schlafplätzen und Nahrungsgebieten.
Wie viele Igel leben in Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden?
Für die vier Kantone existieren derzeit keine wissenschaftlich gesicherten Gesamtzahlen. Igel sind nachtaktiv, bewegen sich über mehrere Grundstücke und werden nicht flächendeckend gezählt.
Auch die Anzahl der in Pflegestationen aufgenommenen Igel erlaubt keine zuverlässige Hochrechnung. Eine hohe Zahl eingelieferter Tiere kann ebenso auf zunehmende Gefahren, ungünstige Witterungsbedingungen oder eine höhere Meldebereitschaft der Bevölkerung hinweisen.
So betreute die Igelstation des Tierschutzvereins Uri gemäss ihrem Jahresbericht im Jahr 2023 insgesamt 33 Igel. Diese Zahl beschreibt jedoch ausschliesslich die aufgenommenen Tiere und nicht die gesamte Igelpopulation des Kantons.
Der Braunbrustigel wird auf der Roten Liste der Schweiz als «potenziell gefährdet» eingestuft. Pro Natura hat ihn zum Tier des Jahres 2026 gewählt, um auf den Verlust geeigneter Lebensräume aufmerksam zu machen.
Gemeinsam Lebensräume schützen
Igelschutz funktioniert über Grundstücks- und Kantonsgrenzen hinweg. Ein einzelner naturnaher Garten ist wertvoll. Noch hilfreicher ist ein ganzes Quartier mit durchlässigen Zäunen, einheimischen Pflanzen und miteinander verbundenen Grünflächen.
Privatpersonen, Gemeinden, Schulen, Unternehmen sowie Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe können dazu beitragen, sichere Wanderwege und Rückzugsorte für Igel zu erhalten.
Gerade in den dicht besiedelten Talgebieten ist es wichtig, bei neuen Überbauungen und Umgestaltungen nicht nur einzelne Grünflächen, sondern deren Verbindung mit benachbarten Lebensräumen zu berücksichtigen.
Wir sind auch telefonisch für Sie da und stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
Ob Sie unser Igel-Magazin voller hilfreicher Tipps, Informationen zu Igelvorträgen oder Materialien für Schulprojekte suchen – wir stellen alles kostenlos zur Verfügung, um das Wohl der Igel zu fördern.
Expertenwissen zur Pflege und Behandlung von Igeln
Kostenlose Igelkurse für Tierarztpraxisassistent*innen in der ganzen Schweiz
Die Igel-Hilfe Schweiz bietet kostenlose Igelkurse für Tierarztpraxisassistent*innen in der ganzen Schweiz an. Diese Kurse sind speziell auf Tierarztpraxisassistent*innen zugeschnitten, die sich in die Besonderheiten der Igelpflege einarbeiten möchten und professionelle Kenntnisse über die medizinische Betreuung und Pflege von Igeln erwerben wollen. Igel benötigen in Tierarztpraxen eine besondere Aufmerksamkeit und fachkundige Betreuung, die sich von anderen Wildtieren unterscheidet – genau hier setzen unsere Igelkurse für Tierarztpraxisassistent*innen an.
In unseren Kursen erfahren Sie alles über die artgerechte Pflege und Behandlung von Igeln. Wir decken wichtige Themen wie die richtige Fütterung, Stressmanagement bei der Behandlung und das Erkennen typischer Krankheiten bei Igeln ab. Unsere Igelkurse werden sowohl in unserer Igelstation als auch direkt in Ihrer Tierarztpraxis angeboten – wir sind in der ganzen Schweiz tätig und richten uns nach Ihrem Standort und Ihrem Zeitplan.
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